Investieren ohne Zinsen – So geht´s

Kleingeld

Niedrigzins-Politik: Warum eine verzinste Anlage keinen Sinn macht

Dieser Beitrag dreht sich um Geldanlagen zu Zeiten von niedrigen Guthabenzinsen. Passé sind die Zeiten, in denen es auf das Sparbuch 3% und mehr Zinsen gab. In diesen Zeiten hinterfragte der Finanzlaie zu keinem Zeitpunkt die Geldanlage Festgeldkonto und Sparbuch. Die Inflation wurde geschlagen und das Vermögen wuchs.

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Heute herrscht eine andere Zinslage am Markt. Innerhalb Deutschlands existieren kaum noch Konten, bei denen der Kunde einen Guthabenzins von 1% und mehr bekommt. Vielmehr wird das eigene Vermögen bei der aktuellen Inflation von 1,4% schrittweise weniger.

In diesem Ratgeber wollen wir euch alternative Anlagemöglichkeiten zeigen, die euch einerseits mehr Rendite einbringen und andererseits eine sichere Alternative zum Tagesgeldkonto darstellen. Aus diesem Grund gliedern wir den Beitrag wie folgt:

  1. Gold als krisenfeste Finanzlage
  2. ETFs – Teilhabe am Aktienmarkt für Kleinanleger
  3. Nachhaltige Banken und Investments
  4. Zusammenfassung: Investieren ohne Zinsen

Gold als krisenfeste Finanzanlage

Die Corona-Krise zeigt wieder einmal, dass Gold in Krisenzeiten ein sicherer Hafen für die Anleger darstellt. Der Goldpreis ist von März 2020 bis Juni 2020 um mehr als 20% von unter 1500$ auf über 1700$ gestiegen. Die Nachfrage stieg bei den Verbrauchern extrem. Diese beständige Erkenntnis zeigt, dass eine Goldbeimischung zu den eigenen Finanzen durchaus als sinnvoll erscheint, wenngleich dies eher mit einer sicheren Geldanlage gleichzusetzen ist.

ETFs – Teilhabe am Aktienmarkt für den Kleinanleger

Die Börse galt und gilt teilweise bis heut als Phänomen des Finanzsektors, welches für den Kleinanleger unerreichbar erscheint. Dem ist nicht so! Ihr könnt bereits mit Kleinstbeträgen am Aktienmarkt erfolgreich teilhaben, ohne große Kenntnisse darüber vorweisen zu müssen. Betrachten wir die Entwicklung der Weltwirtschaft. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt steigt mit wenigen Ausnahmen seit Jahrzehnten stetig an. Dies wird es auch weiterhin tun, solange Kapitalismus das dominierende Finanzsystem auf unserer Welt darstellt.

Aus diesem Grund kann man, ohne Finanzexpertise zu besitzen, getrost breit gestreut in die Weltwirtschaft investieren. Falls ihr 1994 einen gewissen Betrag in einen ETF auf den MSCI World Index investiert habt, hat sich dieser Betrag um aktuell 261% erhöht. Dabei sind Krisen wie die Finanzkrise 2009 oder die aktuelle Corona-Krise mit inbegriffen. Natürlich kann keiner in die Zukunft schauen, doch zeigt die Vergangenheit, dass über einen Anlagezeitraum von 15 Jahren und mehr stets eine positive Rendite erzielt wurde.

ETFs stellen eine gute und für den Laien einfache Möglichkeit dar, eine höhere Rendite zu erzielen. Hierbei steht es euch offen, wie intensiv ihr euch mit verschiedenen ETFs beschäftigt. Als vernünftige Basis wird oft der MSCI World genutzt. Anschließend könnt ihr in eurem Portfolio euren individuellen Schwerpunkt setzen. Wenn ihr beispielsweise der Meinung seid, dass der asiatische Raum zukünftig die Weltwirtschaft dominieren wird, so fügt einfach einen ETF der diesen Raum abdeckt eurem Depot bei.

Nachhaltige Banken und Investments

Die Thematik Nachhaltigkeit rückt immer weiter in den Fokus der Gesellschaft. Erkennbar ist dies unter anderem daran, dass eure Bank euch den Kontoauszug oft nur noch digital zusendet. Der aktuelle Trend geht sogar so weit, dass immer mehr Banken beispielsweise ihre Kreditvergaben an Nachhaltigkeitskriterien knüpfen.

Eure Investments betreffend, existieren ebenfalls Möglichkeiten, nachhaltig aktiv zu werden. Beispielhaft führen wir an dieser Stelle sogenannte „Socially Responsible Investing“ kurz SRI ETFs auf. Diese bilden ausschließlich Unternehmen ab, die sich in den Bereichen Umwelt und Soziales verantwortungsvoll einbringen.

Weiterhin habt ihr mittlerweile durch das Internet die Möglichkeit direkt in nachhaltige Projekte durch das sogenannte „Crowdfunding“ oder „Crowdinvesting“ zu investieren. Hierbei finanzieren möglichst Viele („Crowd“) gemeinsam ein nachhaltiges Projekt. Hierzu findet ihr im Internet sehr viele Plattformen, die solche Projekte anbieten und vermarkten.

Zusammenfassung

Die hohen Guthabenzinsen auf Sparbücher und Girokonten gehören der Vergangenheit an und werden kurz und mittelfristig auch nicht wiederkommen. Wir Anleger müssen uns dementsprechend neu orientieren und unsere Finanzen anderweitig ordnen. Wir müssen unser Portfolio dementsprechend mit verschiedenen Produkten strukturieren. Als sicherer und wertbeständiger Hafen besteht neben Tagesgeldkonten und Festgeldkonten die Möglichkeit, Goldinvestitionen zu tätigen. Gerade in Krisenzeiten, wie aktuell die Corona-Krise, erweist sich diese Anlageform als sehr beständig.

Goldbarren
Auch der Goldkurs hat seine Höhen und Tiefen wie der Bitcoin erleben dürfen. Allerdings hat sich Gold insofern bewährt, dass es langfristig gesehen stetig an Wert gewachsen ist und somit das Gegenwerkzeug unsicherer Anlagen und verzinsten Investitionen sind. Besonders Goldbarren zeichnen sich dadurch aus, dass sie wertstabil sind.

Um unser angespartes Vermögen zu mehren oder zumindest nicht von der Inflation auffressen zu lassen, führt kein Weg an Aktien vorbei. Welche Form der Aktienteilhabe ihr nutzt, müsst ihr selbst bewerten. Hierbei existieren neben dem direkten Handel von Einzelaktien, die Möglichkeiten in ETFs oder aktiv gemanagte Fonds bei eurer Bank zu investieren.
Dies lässt sich mittlerweile gut mit Nachhaltigkeitsaspekten vereinbaren. Verschiedene Banken bieten solch nachhaltige Aktieninvestments an. Wem das zu indirekt erscheint, kann sich heutzutage mit anderen Kleinanlegern zusammentun und nachhaltige Projekte über „Crowdinvesting“ Plattformen finanzieren.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass wir uns in jedem Fall neu orientieren müssen, um in den Zeiten der niedrigen Zinsen unser Vermögen sinnvoll anzulegen

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