Stiftungsfonds als Geldanlage? Wir klären Euch auf

In Deutschland gibt es circa 20.000 Stiftungen. Fast jede dieser Stiftungen verfolgt einen gemeinnützigen Zweck. Damit die Stiftungen diesen gemeinnützigen Zweck auch erfüllen können sind sie auf Geld angewiesen. Das Geld welches meist aus dem Grundkapital des Stifters bei der Errichtung der stammt wird für diesen gemeinnützigen Zweck eingesetzt. Natürlich gehören die Spenden und andere Zuwendungen auch dazu. Das Vermögen der Stiftung wird am Kapitalmarkt angelegt. Diese Kapitalanlage geschieht durch die Vermögensverwaltung oder mit Fonds, den sogenannten Stiftungsfonds. Aus diesen Anlageerträgen finanziert die Stiftung auch ihre Aktivitäten. Es gilt: Der Vermögensgrundstock darf auf keinen Fall angetastet werden. Diesem Grundsatz unterliegen auch die Stiftungsfonds.

Was sind Stiftungsfonds?

Stiftungsfonds sind die klassischen Investmentfonds. Diese Fonds werden für Stiftungen oder andere gemeinnützige Organisationen aufgelegt, um das Kapital der Stiftungen oder gemeinnützigen Organisationen zu verwalten. Die Stiftungsfonds stellen eine kostengünstige Vermögensverwaltung dar, weil sich oft die kleineren Stiftungen keine individuelle Vermögensverwaltung leisten können.

So funktionieren Stiftungsfonds

Viele der Stiftungsfonds sind für Privatanleger geöffnet, denn durch eine breite Kapitalbasis könnt ihr eure Anlageziele viel besser erreichen. Mit dem Erwerb eures Anteils am Stiftungsfonds seid ihr als Anleger auch am Gewinn oder Verlust des Fonds beteiligt. Die Stiftungsfonds investieren in unterschiedliche Anlageklassen. Dabei orientieren sich die Fondsmanager nicht an einer Benchmark, sondern versuchen die absolute Rendite zu erzielen. Es gibt zwei Modelle, welche dabei unterschieden werden. Zum Einen sind das die Privaten Stiftungsfonds und zum Anderen sind es die Publikumsfonds.

Die privaten Stiftungsfonds

Es handelt sich dabei nicht um Fonds im klassischen Sinne, sondern um das Anlagekapital von kleinen Stiftungen. Oft sind es Ein-Personen-Stiftungen, welche in Eigenregie oder durch eine Vermögensverwaltung betreut werden. Bei der Art der Kapitalverwaltung sind die Beteiligungen von euch oder von einem Dritten nicht vorgesehen. Als Geldanlage schon gar nicht. Jedoch gibt es eine Ausnahme, wenn der Stifter seinen Kapitalstock für eine große Geldspritze öffnet, um neues Kapitall für die Stiftungsarbeit zu sammeln. Dieses Geld gehört ebenfalls wie die Kapitalerträge der Stiftung.

Die Publikumsfonds

Mit den Publikumsfonds sind die Stiftungsfonds gemeint. Die Stiftungsfonds welche auch Stifterfonds genannt werden, legen Geld für Stiftungen, Vereine oder auch Privatpersonen mit einer hohen Rendite an. Diese Fonds stehen auch anderen Anlegern offen damit diese sich ebenfalls daran beteiligen können. Die Auflage von solchen Fonds geschieht durch einen Großstifter welcher die Beteiligungen von Dritten zulässt. Natürlich kann die Auflage auch über eine Investmentgesellschaft welche Stifter und andere Investoren einlädt sich an diesen Stiftungsfonds zu beteiligen.

Defensive und Offensive Stiftungsfonds

Defensive Stiftungsfonds

Viele Stiftungsfonds sind sehr vorsichtig, damit sie kein Geld verlieren. Hier gilt der Grundsatz: Wer nichts verliert, kann nur gewinnen. Bei den defensiven Stiftungsfonds sind die Kursverluste sehr schwerwiegend. Verliert der Fond 50 Prozent seines Wertes, braucht er einen Kursanstieg von 100 Prozent, um diesen Verlust auszugleichen. Für die defensiven Stiftungsfonds bedeutet es: wenig Aktien und viel Anleihen. Die Fondsmanager beschränken den Anteil der Aktien meist auf 30 bis 35 Prozent. Den Kern des defensiven Stiftungsfonds bilden Anleihen von guter Qualität. Natürlich können auch weitere Anlageklassen beigemischt werden, wie zum Beispiel Immobilienfonds oder Gold.

Die offensiven Stiftungsfonds

Diese Stiftungsfonds versuchen die Renditechancen der Aktienmärkte zu nutzen. Das Management investiert bei diesen Fonds vor allem in Aktien und Aktienfonds. Das andere Fondsguthaben fließt in die Rentenpapiere. Das Gewicht am Anteil der einzelnen Klassen ist sehr flexibel und ist abhängig von der Lage an der Börse. Innerhalb dieser Mischfonds bieten die offensiven Stiftungsfonds eine sehr große Schwankungsintensität und natürlich auch das größte Risiko. Die Renditechancen reichen sehr nah an die Aktienfonds heran. Die Kapitalsicherheit können die Fondsmanager durch den Einsatz von Derivaten erzielen. Die Derivate gehören zu einer ganz speziellen Absicherungsstrategie bei den offensiven Stiftungsfonds. Die offensiven Stiftungsfonds sind auf die Gewinnmaximierung ausgelegt. Deshalb eignen sich die offensiven Stiftungsfonds als Beimischung für das gesamte Vermögen.

Einige Beispiele was Stiftungsfonds kosten?

Die Anlagekosten beeinflussen die Nettorendite der Stiftungsfonds. Es fallen zum Beispiel Kosten beim Fondskauf und auch bei der Verwaltung an. Am Anfang wird auch ein Ausgabenaufschlag fällig, welcher bei jedem Stiftungsfonds unterschiedlich sein kann. Dieser Aufschlag kann zwischen 0 und 5 Prozent der Anlagesumme betragen. Es kommen auch noch die laufenden Kosten für das Jahr hinzu. Die jährlichen Kosten liegen bei 0,5 und 1,5 Prozent. Die Kosten für die Anlage sollte allerdings überschaubar sein damit die Rendite nicht über die Gebühr geschmälert wird. Ein Problem dabei können natürlich auch die Mindestanlagebeträge sein. Manche dieser Stiftungsfonds verlangen sehr hohe Einstiegsbeträge, so dass manche kleinen Anleger aufgeben.

Beispiele

Hamburger Stiftungsfonds 1,19 Prozent Kostenquote
Allianz Stiftungsfonds Nachhaltigkeit 1,22 Prozent Kostenquote
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen 1,30 Prozent Kostenquote

Fazit: Für wen lohnt sich das Investment in die Stiftungsfonds?

Natürlich können auch die privaten Anleger Anteile an einem Stiftungsfonds bei den unterschiedlichen Fondsgesellschaften erwerben. Bei den Investmentfonds wird ein Teil der Aktien beigemischt, da diese eine sehr hohe Renditen erzielen. Ihr solltet bei diesen Fonds auch auf die Kosten achten, welche offen ausgewiesen werden müssen. Die Anteile wie bei den Misch- und Aktienfonds können auch jederzeit wieder verkauft werden. Die Stiftungsfonds können natürlich auch für Sparer wegen ihrer regelmäßigen Erträge sehr attraktiv sein.