Lohnt sich Western Union überhaupt noch?

Ist Western Union noch Up-to-Date?

Wer kennt dieses Szenario nicht, man ist im Urlaub, fern der Heimat. Man hat etwas Bargeld am Start, ansonsten vertraut man seiner Kreditkarte. Was aber tun, wenn die Kreditkarte plötzlich gesperrt wird, weil man seinen PIN zu oft falsch eingegeben oder im schlimmsten Fall die Karte sogar verloren hat?

Klar, man kann sich in so einem Notfall an die Deutsche Botschaft des jeweiligen Landes wenden, die einen mit ein wenig Bargeld über die Runden hilft, aber damit ist der Urlaub im Regelfall noch nicht gerettet.

Western Union als Möglichkeit Bargeld zu versenden

Es bringt einem ja nichts, wenn man Geld von Freunden oder der Familie auf sein
Konto oder Kreditkarte überwiesen bekommt, wenn einem der Zugang dazu verwehrt ist. Mit Western Union besteht die Möglichkeit, dass einem Freunde Geld schicken, ohne, dass beide Seiten dafür ein Konto brauchen. Es reicht aus, dass der Absender des Geldes sich mit seinem Personalausweis bei einem der viele Western Union Filialen identifiziert.

Für den Überweisungsvorgang, für den natürlich auch Name und Adresse des Empfängers angegeben werden müssen, wird eine Gebühr erhoben. Nachdem man seine Gebühr bezahlt hat, erhält man eine Transaktionsnummer. Diese solltet Ihr unbedingt aufbewahren und eurem Partner im Zielland mitteilen. Denn nur mit dieser und einem Ausweis ist dieser befugt das Geld entgegen zunehmen.

Gebühren bei Western Union

Man kann natürlich auch Bargeld mit seiner Kreditkarte versenden. Hat man ein Bankkonto bei der Postbank geht das Versenden auch via Online Banking. Je nach Art der Überweisung und Zielland unterscheiden sich die hier anfallenden Gebühren. So zahlt man zum Beispiel für eine Bargeldüberweisung durch Bareinzahlung innerhalb Deutschlands an einem der Western Union Standorte stolze 11.90€, möchte man Bargeld von der Kreditkarte aus versenden zahlt man nur noch 4.90€. 2.90€ zahlt man hingegen nur noch, wenn man von seiner Kreditkarte auf ein anderes Konto Geld transferieren möchte.

Für Transaktionen ins Ausland zahlt man im Schnitt 2€ mehr.

Western Union ist existentiell für Arbeitsmigranten

Aber auch abgesehen von der Lösung solcher First-World-Probleme, bietet Western Union Menschen, die im Ausland für den Lebensunterhalt ihrer Familien kämpfen und arbeiten, die Möglichkeit relativ einfach Bargeld in das jeweilige Land zu senden. Ein eigenes Konto zu haben ist vielleicht im Westen normal oder steht dort jedem zu. In Schwellenländern oder Ländern der Dritten Welt hat der Großteil der Bevölkerungen aber eben kein eigenes Konto.

Für diese Menschen ist Western Union die sicherste Variante Bargeld zu erhalten. Es gibt sicherlich noch andere Anbieter, die das Versenden von Cash ermöglichen. Aber keine andere Einrichtung hat weltweit so viele Standorte wie Western Union.

Fazit

Wenn es um das Senden von Bargeld geht ist Western Union mit seinen vielen Standorten sicher alternativlos. Gerade in armen Regionen, wo die Mobilität der Menschen generell nicht so hoch ist, ist es wichtig, dass es genügend Stellen gibt Geld abzuholen, aber eben auch zu versenden.

Western Union hat sein Unternehmen gestartet mit dem Bau von Telegraphenmasten. Dann kam das Telefon und sie mussten nach Alternativen suchen. So kam es, dass die Firma schon 1871 die Option anbot, Geld zu versenden. Sie nutzte dafür natürlich ihr breit ausgebautes Telegraphen-Netz. Bleibt spannend zu beobachten wie die Entwicklung weitergeht, wenn es eines Tages wirklich zur Abschaffung des Bargeldes kommt. Dann würde Western Union auf alle Fälle sein Alleinstellungsmerkmal verlieren: Das versenden von Bargeld oder Geld auf ein anderes Konto, ohne selbst ein Konto haben zu müssen. Ein Kritikpunkt an Western Union war und ist ihre zum Teil etwas undurchsichtige Gebührenpolitik. Trotzdem ist das Unternehmen am Markt etablierter den je.

Die Frage, ob sich Western Union noch lohnt, kann mit einem klaren JA beantwortet werden. Überall da, wo schnell und sicher Bargeld benötigt wird, führt kein Weg an Western Union vorbei.

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