Corona: Deshalb wurden die Mehrwertsteuer gesenkt

Aktienpfeil

Günstiger Einkaufen wegen Corona

Die Corona-Krise hat fast jeden Geschäftsbereich des täglichen Lebens negativ angegriffen. Nicht nur große Autohersteller, Modeketten oder Supermärkte müssen mit Einbußen rechnen, auch die kleinen Geschäfte klagen über eine geringere Kundschaft und ein deutlich zurückhaltendes Kaufverhalten. Die Bundesregierung hat die Senkung der Mehrwertsteuer angeordnet – mit der Hoffnung, die Nachfrage nach Konsumgütern wieder zu steigern. Dieser Artikel erklärt, warum die Mehrwertsteuer gesenkt wird und wie sich diese Sendung auf das Leben auswirkt.

Prozente
In der heutigen Zeit ist Einkaufen so günstig wie nie.

Wie zeichnet sich die Senkung der Mehrwertsteuer aus?

Die Mehrwertsteuer beträgt in Deutschland rund 19 Prozent bei Güterwaren und 7 Prozent bei einigen Lebensmitteln. Diese Werte werden nun von Juli 2020 bis Dezember 2020, also für ein halbes Jahr gesenkt auf 16 Prozent und 5 Prozent bei Lebensmitteln. Die Hoffnung der Politik liegt bei dieser Senkung in einem steigenden Kaufverhalten, da dadurch die Wirtschaft des Landes wieder angekurbelt werden soll. Menschen sollen durch die niedrigeren Preise zum Shoppen angekurbelt werden und damit die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Durch diese steuerliche Entlastung sollen Menschen nach dem Shoppen mehr Geld übrig haben, also auch mehr Geld, welches sie ausgeben könnten. In erster Linie soll diese Steuersenkung das Kaufverhalten von Geringverdienern und Normalverdienern steigern, bei reicheren Menschen hat diese Steuersenkung in der Regel keine Auswirkung.

Werden Waren mit der Steuersenkung automatisch günstiger?

Die Mehrwertsteuer wird in Deutschland direkt vom Hersteller bzw. vom Verkäufer bezahlt und über den Kunden wieder eingenommen, sie wird allerdings nicht noch auf den Endpreis hinzugerechnet, wie z. B. in Amerika. Das bedeutet in erster Linie, dass die Herstellung bzw. der Verkauf einer Ware für den Verkäufer günstiger wird. Der Verkäufer kann sich nun entscheiden, ob er die Senkung der Mehrwertsteuer auch an den Kunden weitergibt, indem er den Preis für bestimmte Waren senkt – dies tun allerdings nicht alle Verkäufer.

Die Deutsche Bahn hat die Steuersenkung direkt an ihre Kunden weitergegeben und die Tickets entsprechend günstiger gemacht. Tamponhersteller taten dies allerdings nicht, die Produkte sind nicht nur gleich teuer geblieben, einige Hersteller haben die Preise sogar noch weiter erhöht.

Die Senkung der Mehrwertsteuer dürfte alle Autofahrer freuen, da auch der Kraftstoff etwas günstiger wird.

Kann eine sechsmonatige Steuersenkung der Wirtschaft helfen?

Grundsätzlich kann durch eine solche Aktion das Kaufverhalten der Menschen angekurbelt werden, was sich positiv auf die Wirtschaft eines Landes auswirkt. Auch, wenn ein Hersteller oder Verkäufer die Steuersenkung nicht komplett an den Kunden weitergibt, kann auch dies hilfreich für die Wirtschaft sein, wenn es sich z. B. um ein angeschlagenes Unternehmen handelt, welches auf die zusätzlichen Einnahmen angewiesen ist. Es ist damit zu rechnen, dass Menschen bestimmte Anschaffungen zurzeit eher tätigen werden, wenn die Preise geringer sind, insbesondere langlebige Güter wie Fernseher, Möbel oder Autos.

Einkaufen Geschäft
Günstige Preise locken Menschen an. So macht das Einkaufen – trotz Corona – wieder Spaß.

Welche Preise verändern sich nicht?

Es gibt einige Branchen, die von der Änderung der Mehrwertsteuer nicht betroffen sind. Eine wichtige Branche sind die Taxiunternehmen. Auch, wenn die Taxifahrer die Senkung gerne an ihre Kunden weitergeben würden, geht dies nicht so einfach. Das liegt daran, dass die Taxi-Preise in einer Tarifordnung vom Staat festgelegt sind. Die Kosten für eine Umstellung dieses Systems würden die zusätzlichen Einnahmen durch die Senkung der Mehrwertsteuer deutlich übersteigen – die Taxipreise werden also nicht angepasst. Allerdings haben die Mietwagenfirmen ihre Preise angepasst, da die Mehrwertsteuer um drei Prozent gesenkt wurde.

Auch Wohnungsmieten sind nicht von dieser Senkung betroffen, da dieses ohnehin schon steuerfrei sind und nicht von der Mehrwertsteuer behütet sind. Anders ist dies bei der Nebenkostenabrechnung, denn in dieser ist die Mehrwertsteuer enthalten. Das beutetet, dass die Abrechnung für das Jahr 2020 etwas günstiger ausfallen könnte als für das Jahr 2019.

Ebenfalls nicht betroffen von dieser Senkung sind Konsummittel wie Tabak oder Alkohol, da diese mit schon fest vorgefertigten Steuerzeichen hergestellt werden.

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